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JAN FABRE, 12. Dezember 2014 – 28. Februar 2015

Do we feel with our brain and think with our heart?

Galerie Klüser

Jan Fabre’s künstlerisches Werk ist gekennzeichnet durch das Streben nach dem Erhabenen und die Suche nach dem Schönen und Vollkommenen. Der menschliche Körper steht dabei im Mittelpunkt. Dem Gehirn als zentralem Organ, welches Sinneseindrücke verarbeitet und unsere Bewegungen und Handlungen steuert, wird folglich mit besonderer Aufmerksamkeit begegnet. Bereits seit mehr als 10 Jahren widmet sich Fabre intensiv der Erforschung des menschlichen Zerebrums, welches nach Ansicht des Künstlers, der geheimnisvollste Teil unseres Körpers ist.Grundlage der Ausstellung “Do we feel with our brain and think with our heart?“ ist ein langer und intensiver Dialog mit dem Neurowissenschaftler Giacomo Rizzolatti, dem Entdecker der Spiegelneuronen, die die Basis unseres Empathieempfindens bilden. Bis heute bleiben jedoch einige Abläufe, Funktionsweisen und Zusammenhänge des Gehirns unerforscht. Für die Wissenshaft bildet es noch immer eine partielle terra incognita. Der westliche Kulturkreis definiert unsere Persönlichkeit seit jeher über zwei, bis dato als dichotom verstandene Organe: Das Gehirn und das Herz. Gefühl, seelische Empfindung, Intuition und kreativer Prozess wurden von unserer Kultur seit jeher im Herzen vermutet und sind Dreh- und Angelpunkt vieler künstlerischer Auseinandersetzungen über die Bedeutung ganzheitlicher Wahrnehmung von Intellekt und Gefühl. Fabre widmet sich nun, in künstlerischer Herangehensweise und mit dem Fundus eines Wissenschaftlers, der Frage, ob wir mit unserem Herzen denken und mit dem Gehirn fühlen – oder umgekehrt – und nimmt sich der Aufgabe an, dieses Neuland zu erschließen.Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten sind das Resultat dieses intensiven Arbeitsprozesses. Das Herzstück der Ausstellung ist ein vierzehnminütiger Film, in dem Fabre und Rizzolatti unter anderem über Selbstexperimente die Wirkungsweise und Grenzen der Neuronen ausloten. Mit den Skulpturen aus Silikon, gepaart mit verschiedenen Gegenständen, transformiert Fabre das Objekt zum Symbol. Auch die teilweise surreal anmutenden Zeichnungen erkunden in erster Line die Zusammenhänge zwischen Gehirn, Herz und Körper. „Wo Wahrnehmung begriffen wird – sagte Joseph Beuys – da ist Wirklichkeit.“

 


Ausgewählte Werke

Nachtslede (2001)

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