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JULIÃO SARMENTO, 19. November 2009 – 30. Januar 2010

BOOKS & FILMS

Galerie Klüser

 

In ihrer Ausstellung Books & Films präsentiert die Galerie Bernd Klüser Bilder aus der aktuellen Werkserie des portugiesischen Künstlers Julião Sarmento.

Bücher und Filme prägen Sarmentos Arbeiten seit Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit. Da viele Filmklassiker auf Werken der Weltliteratur basieren, stehen beide Bereiche oft in direktem Zusammenhang. In der Ausstellung grenzt Sarmento die Literaturbilder aber formal gegen die Filmarbeiten ab und stellt diesen Bezug primär dadurch her, dass er beide Themen in das Ausstellungskonzept integriert.

Die Auswahl der Bücher folgt keinem spezifischen Muster, es sind vielmehr Werke, die für Sarmento einen persönlichen Stellenwert haben. Dazu gehören Schriftsteller wie Charles Bukowski, Julian Barnes, Gabriel Garcia Márquez, Barry Gifford u.a., deren Nachnamen gleichzeitig als Bildtitel fungieren. Die Werke illustrieren die Bücher nicht, im Zentrum stehen vielmehr einzelne Textstellen, die auf den Leinwänden zitiert werden. Um die Zitate bleiben die Werke abstrakt – nichts lenkt von den Textexzerpten ab.

Die Filmarbeiten hingegen beziehen sich alle auf das Genre des „Film noir“, dessen klassische Ära in den USA der 40er und 50er Jahre anzusetzen ist. Zurückgehend auf die Zeit des ausgehenden Zweiten Weltkriegs und beeinflusst vom deutschen Expressionismus sowie von der Tradition US-amerikanischer Kriminalliteratur, stellt der „Film noir“ einen Gegensatz zum konventionellen Hollywood-Kino dar. Er ist gekennzeichnet durch seine pessimistische Weltsicht, düstere Bildgestaltung und entfremdete, verbitterte Charaktere, die häufig wichtiger sind als die eigentliche Handlung. Typisch für die fast immer in schwarz / weiß gedrehten Filme sind urbane Schauplätze, eine Kriminalgeschichte als Kernelement und eine Erzählweise, die mit den damaligen Konventionen bricht. Sarmento’s Bilder beziehen sich auf einige der größten Filmklassiker aus dieser Zeit: Otto Preminger’s „Laura“ (1944 mit Gene Tierney als Laura), Howard Hawk’s „To Have and to Have Not“ (1944 mit Lauren Bacall als Marie) sowie „The Big Sleep“ (1946 mit Lauren Bacall als Vivian), Charles Vidor’s „Gilda“ (1946 mit Rita Hayworth als Gilda), Tay Garnett’s „The Postman Always Rings Twice“ (1946 mit Lana Turner als Cora) und Henry Hathaway’s „Niagara“ (1953 mit Marilyn Monroe als Rose), der als Regisseur bereits 1946 mit „The Dark Corner“ einen Klassiker des „Film noir“ schuf. Die Werke enthalten jeweils den Namen der Filmfigur sowie deren erste Textzeile und eine figürliche Darstellung als Symbol für das Visuelle, das den Film grundlegend vom Buch unterscheidet und dem Künstler Raum gibt seine freie Interpretation der Szene abzubilden.

Julião Sarmento wurde 1948 in Lissabon geboren und ist der wohl bedeutendste zeitgenössische Künstler Portugals. Seit 1979 ist sein Werk in zahlreichen Ausstellungen in Europa, Amerika und Japan gezeigt worden. Das Münchner Haus der Kunst widmete dem Künstler eine große Retrospektive mit rund 65 Arbeiten.

 


Ausgewählte Werke

OSSOS (1996)