Menü

TONY CRAGG, 04. Juni – 31. Juli 2019

Stacks

Galerie Klüser 2, Türkenstraße 23

 

Mit der Ausstellung ‘Stacks’ (dt. Stapel) präsentiert Anthony Cragg neue Zeichnungen sowie Skulpturen aus Bronze und Holz. Mit einer unverwechselbaren Formensprache verwandelt der Künstler festes Material zu geschichteten organischen Gebilden, die in ihrer scheinbaren Leichtigkeit im Widerspruch zu den kompakten Werkstoffen stehen. Ähnlich geschwungene Strukturen finden sich in seinen Arbeiten auf Papier wieder.

Das Prinzip des Stapelns zieht sich als roter Faden durch das künstlerische Werk des gebürtigen Briten (*1949 in Liverpool). In seinen ersten großformatigen Plastiken aus dem Werkkomplex ‚Stack’ (1975 – 1985), lässt sich diese Methode unmittelbar nachvollziehen. Wie Gesteinsschichten stapeln sich von Natur und Menschenhand geschaffene Objekte und türmen sich zu einem Kubus auf.
Während sich seine frühen Werke hauptsächlich aus gefundenen Gegenständen wie zum Beispiel Strandgut, Glas- oder Plastikstücken zusammensetzen, entstehen seine jüngeren Arbeiten aus Materialien der klassischen Bildhauerei wie Holz, Bronze und Stahl. Hier schichten sich geometrische Körper und Formen aufeinander, werden wiederholt, verzerrt und gedreht. Daraus gründeten zwei sich beständig entwickelnde und gelegentlich auch fusionierende Werkserien. In der Serie ‚Early Forms’ basiert das skulpturale Gefüge auf gestapelten „Gefäßen“, welche ein komplexes Spiel aus positiven und negativen Räumen bilden. Die Serie ‚Rational Beings’ bedient sich geometrischen Grundformen – meist Kreisen oder Ellipsen – die durch vielfältige Schichtung zu dynamischen Gebilden wachsen und gelegentlich abstrahierte menschliche Gesichter erahnen lassen.
Craggs Skulpturen befinden sich in einem Zustand zwischen natürlicher und künstlicher Gestalt. Geologie, Archäologie, Neurowissenschaft, Molekularbiologe oder Gentechnik dienen dem Künstler als unerschöpflicher Fundus, um Anregungen für Form und Materialität zu finden und Ideen weiterzuentwickeln.
Die nun in der Galerie Klüser 2 gezeigten Werke erinnern an versteinerte Fossilien, von Naturkräften modelliertes Gestein, oder – wie ‚Me and Me’ (2018) – an Sandrosen. Dennoch sind sie kein Abbild der Natur. Cragg bedient sich zwar ihrer Grundstrukturen, entwickelt daraus jedoch eine ganz eigene Formensprache und verleiht den Skulpturen durch geschmeidig glänzende Oberflächen, Patina und monumentaler Größe eine neue Identität.
Fernab von materiellen und physikalischen Einschränkungen kann sich die Formenforschung in seinen Zeichnungen frei entfalten. In einigen lassen sich direkte Bezüge zu seinen Skulpturen wiederfinden, andere entwickeln sich als eigenständige Serien autonomer Strukturen.

Als einer der bedeutendsten Bildhauer unserer Zeit hat Anthony Cragg somit ein Gesamtwerk geschaffen, indem er auf einzigartige und charakteristische Weise seine Formensprache beständig fortsetzt und immer wieder neu verortet.

 

 


Ausgewählte Werke

Untitled (2019), 75 x 34,5 cm
Eclipse (2016)
Untitled (2019), 42,8 x 58 cm
Untitled (2019), 36 x 47 cm
Untitled (2019), 70 x 50 cm
Me and Me (2018)
Stack (2018)
Antler (2017)
Untitled (2018)
Mixed Emotions (2011)
Level Head III (2017)
Over the Earth (2017)
Red Square (2016)
Woman's Head (2015)
Untitled (2012), 45 x 50 cm
Untitled (2012), 50 x 58,5 cm
Wave Forms (2007)
Wild Relatives (2012)
I Thought So (2012)